Fahrbericht: Audi A4 Avant 3.0 TDI (2016)

Ende vergangenen Jahres hat Audi den neuen A4 als Avant auf den Markt gebracht und verspricht mehr Platz, mehr Eleganz, mehr Sportlichkeit, vereint mit ästhetischem Design und funktionellem Nutzwert. Davon wollte ich mich selbst überzeugen und hatte das Glück, dass mir das Audi Zentrum Frankfurt den Audi A4 Avant 3.0 TDI quattro für einen ausgiebigen Test zur Verfügung gestellt hat – Sechszylinder-Diesel, Achtstufenautomatik und Sonderausstattungen bis unters Dach inklusive.

Von außen unterscheidet sich der neue Audi A4 Avant nicht großartig von seinem Vorgänger – innen dafür umso mehr, am auffälligsten natürlich durch das virtuelle Cockpit, dazu aber später mehr. Erstmal der Reihe nach.

Audi bietet für den A4 Avant drei TFSI- und vier TDI-Motoren der neuesten Generation an. Alle sollen durch mehr Leistung und weniger Verbrauch überzeugen.
Hinter das Prädikat „Mehr Leistung“ kann ich nach dem Test des 3.0 TDI definitiv einen Haken setzen. 272 PS, 600 Newtonmeter, ein angenehmes und gleichzeitig nicht zu starkes Grummeln beim Anlassen. In 5,4 Sekunden sprintet der Wagen auf 100 km/h, Schluss ist erst bei Tempo 250. Die Achtstufenautomatik arbeitet nahtlos und nahezu unmerklich. Dazu liegt der Wagen unglaublich ruhig auf der Straße. 190 km/h fühlen sich teilweise an wie 120 km/h und wenn der Vordermann dann die linke Spur wieder frei macht, beschleunigt der Audi A4 Avant 3.0 TDI auch von 190 km/h ausgehend immer noch wie ein Sportwagen.

Stichwort „weniger Verbrauch“. Die 5,4 Liter konnte ich während des Tests nicht einhalten, trotzdem war ich von den Verbrauchswerten beeindruckt. Auf einer Strecke von Frankfurt nach Würzburg, die fast durchgängig mit Geschwindigkeiten jenseits der 220 km/h gefahren wurde, bleibt der Verbrauch noch im einstelligen Bereich. Über den gesamten Testzeitraum von mehreren Tagen lag der Durchschnittsverbrauch am Ende bei absolut überzeugenden 7,9 Litern je 100 Kilometer. Für einen kleinen Kombi mit Fahrleistungen und dem Fahrgefühl eines Sportwagens mehr als zufriedenstellend. Apropos wenig: durch die Geräuschdämmung im A4 gehört er auch zu den leisesten Modellen in seiner Fahrzeugklasse, was – zusammen mit den Fahrwerksabstimmungen – das schnelle Fahren zu einem noch größeren Genuss macht.

Optisches Highlight von außen sind nach wie vor die Audi Matrix-LED-Scheinwerfer inklusive dynamischem Blinklicht Front und Heck. Doch die Lichter überzeugen nicht nur als markantes Designdetail, sondern auch durch ihre optimale Ausleuchtung. Mit Hilfe eines Kamerasystems kann so die Straße in tageslichtähnlicher Farbe der jeweiligen Fahrsituation entsprechend ausgeleuchtet werden. Darüber hinaus wartet der Testwagen noch mit dem S line Exterieurpaket auf, welches neben einem Diffusoreinsatz in sportlich-markantem Design auch beleuchtete Einstiegsleisten mit Aluminiumeinlage und S-Schriftzug, seitliche Schwellerleisten in Wagenfarbe und vieles mehr beinhaltet.

Im Innenraum fällt einem sofort das virtuelle Cockpit ins Auge. Meiner Meinung nach haben die Ingolstädter hier das zurzeit schönste Cockpit auf dem Markt. Das 12,3-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1440×550 Pixeln überzeugt durch eine perfekte Lesbarkeit, mit einem Klick auf den View-Button im Lenkrad kann schnell zwischen zwei unterschiedlich großen Darstellungen der Rundinstrumente gewechselt werden. Zusätzlich verbaut Audi im neuen A4 statt eines Bildschirms, der in das Armaturenbrett integriert wird, nun ein freistehendes 8,3-Zoll-Display. Nach einer kurzen Eingewöhnung ist die Bedienung, die sich stark an der Steuerung von Smartphones orientiert, kinderleicht. Ohne unzählige Bedienebenen kommt man mit wenigen Klicks zu allen gewünschten Funktionen. Der Dreh-Drücksteller in der Mittelkonsole erhält in der Infotainmentsystem-Topversion „MMI Navigation plus mit MMI touch“ zusätzlich ein berührungssensitives Eingabefeld zur noch schnelleren und intuitiveren Eingabe, zum Beispiel per Handschrifterkennung. Alternativ kann das virtual cockpit mit dem Sportkontur-Lederlenkrad im 3-Speichen-Design bedient werden, welches nach unten hin abgeflacht ist und für mich ebenfalls zu den angenehmeren und schöneren Lenkrädern zählt. Das Audi smartphone interface verbindet das Smartphone via USB mit dem Fahrzeug und bietet damit die Möglichkeit, Musik, Navigation, Telefonie und bestimmte Third-Party-Apps vom Handy direkt über den MMI-Controller oder über Sprachsteuerung zu steuern.

Das Rear Seat Entertainment inklusive zwei Audi Tablets bietet ein voll integriertes und vernetztes Infotainment-Angebot für unterwegs und kann zur Wiedergabe von Medien und Radiostreaming, zur Anzeige der aktuellen Navigationsroute oder Fahrzeugdaten und zum Zugriff auf alle im Google Playstore verfügbaren Apps benutzt werden.

Ansonsten wirkt der Innenraum des Audi A4 sehr aufgeräumt und hochwertig. Qualität und Haptik der verwendeten Materialien sind stimmig. Hierzu zählen auch die hochwertigen S line-Sitzbezüge in Leder Feinnappa, die zum S line Sportpaket gehören. Das Platzangebot ist ausreichend, der Fond bietet auch Mitfahrern genügend Platz.

Gibt es also gar keinen Haken? Doch, es gibt auch Dinge, die nicht ganz so überzeugt haben:

  • das Audi sound system sorgt laut Katalog durch 6-Kanal-Verstärker mit einer Gesamtleistung von 180 Watt sowie 10 Lautsprechern für einen perfekt ausbalancierten Klang im gesamten Fahrzeuginnenraum. Mich hat die Klangqualität nicht unbedingt überzeugt und ich würde bei einem Fahrzeug, welches bis an den Anschlag mit Sonderausstattung vollgepackt ist, auch die knapp 900€ zum Bang & Olufsen Sound System mit 3D-Klang zu zahlen.
  • Für mich persönlich mit einer Körpergröße von 1,93m fehlt eine Möglichkeit, während des Fahrens meinen linken Arm gemütlich abzulegen. Die Armlehne ist mir zu niedrig und die Fläche auf Höhe der Fensterscheibe zu hoch. Dabei handelt es sich aber natürlich um ein subjektives Empfinden.

Bleibt noch der Preis. Generell startet der Audi A4 Avant bei 32.950€. Mit dem 3.0 TDI quattro stehen bereits 52.400€ auf der Preisliste. Mit den diversen Extras und einer zwei Seiten langen Liste von Sonderausstattungen kommt mein Testwagen auf einen Neupreis von 84.675€, hat dann aber eben auch wirklich – bis auf das angesprochene B&O-Soundsystem – allerlei vorstellbaren und unvorstellbaren Luxus, der teilweise eher unter die Kategorie Spielerei fällt, teilweise aber auch sehr sinnvoll ist und das Fahren spaßiger, entspannter und häufig sicherer macht.

Für den Neupreis von knapp 85.000€ gibt es dann aber eben auch eine Luxuslimousine, die mich während des gesamten Testzeitraumes durch Leistung, Optik und Haptik zum Strahlen gebracht und begeistert hat. Wem das zu teuer erscheint, der kann in meinen Augen auch die ein oder andere Sonderausstattung herauslassen und erhält trotzdem ein nicht weniger überzeugendes Fahrzeug.

– Für alle Leser, die jetzt Lust bekommen haben, sich den Audi A4 oder den großen Bruder Audi A6 mal etwas genauer anzusehen und selbst zu erleben: Das Audi Zentrum Frankfurt hat noch einige sofort verfügbare Audi A4 und A6 zu besonders attraktiven Konditionen auf Lager –

Keyfacts

Car: Audi A4 Avant 3.0 TDI, daytonagrey

Client: Audi Zentrum Frankfurt

Location: Frankfurt, Germany

Date: May 2016

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